Vom aufrechten Gang zum sitzenden Kind: Ergonomie X Homeschooling

Geposted von Jacqueline Kos am Wed, 26.05.2021




Wusstest du, dass langes Sitzen genauso schädlich ist wie Rauchen? Die Headlines zu aktuellen Studien über unsere Sitzgewohnheiten sind angsteinflößend - und doch bestehen wir regelrecht darauf. Dabei gilt zu langes Sitzen mittlerweile als fünfthäufigste Todesursache.

Das Thema Sitzen ist auch deshalb schwierigen, da Sitzen mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Kultur ist. Und wie es mit Kultur eben ist, reichen wir sie von Generation zu Generation weiter, sodass wir bereits die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft früh darin maßregeln, möglichst still zu sitzen. Prophylaxe sollte aus diesem Grund bereits im Kinder- und Jugendalter stattfinden - Und das bringt uns zu einer steilen These: Könnte das derzeitige Homeschooling eine Chance für Prävention gegen die gesundheitlichen Folgen langen Sitzens bei Kindern und Jugendlichen sein?

Aber fangen wir ganz vorne an. Denn um zu verstehen, wieso Sitzen für uns so schädlich ist und warum wir die Erziehung zum Sitzen bereits im Kindesalter stark überdenken sollten, müssen wir erst einen kleinen Abstecher in die Geschichte wagen. Marty McFly ist bereit - du auch? Dann los: 


Ein echter Gamechanger: Der aufrechte Gang und kein Stuhl in Sicht

Wir sitzen nicht nur falsch, sondern auch zu lang. Bei GAMECHANGER verkaufen wir nicht nur Gaming Stühle. Wir wollen aufklären und Bewusstsein für die Risiken durch Bewegungsmangel schaffen.

Als die Evolution dem Menschen vor ca. 300.000 Jahren die Weiterentwicklung vom homo erectus zum modernen Menschen ermöglichte, erhielt unsere Spezies mit dem aufrechten Gang ein regelrechtes Level Up. Bis der Mensch sich Sitzgelegenheiten erschuf dauerte es jedoch noch lang. Diese resultieren zwar unmittelbar aus seiner Sesshaftwerdung, als homo sedens, als sitzender Mensch, existieren wir dennoch erst seit ca. 12.000 Jahren. Hier tauchen die ersten Arbeitsschemel auf. Richtiges Sitzen hingegen blieb zu diesem Zeitpunkt vor allem ranghohen Personen wie Pharaonen und Königen vorbehalten. Später erweiterte sich der Kreis der Menschen mit “Sitzberechtigung” auf Fürsten, Ritter in Rittersälen sowie den Klärus. Erst im 16. Jahrhundert wurde das Sitzen im erstarkenden Bürgertum en vogue und erst 200 weitere Jahre später, wurde das Sitzen auch von der Normalbevölkerung übernommen.

Mit der Erfindung von Bugholzmöbeln durch Michael Tonet gelang dann eine regelrechte Revolution des Marktes. Denn dank der einfachen Konstruktionsweise, konzipierte er Stühle fortan als einfachen Bausatz für jeden. So konnten Stühle günstig in Einzelteilen produziert und verschickt werden, um sie vor Ort kinderleicht zusammen zu setzen. Seinen berühmten Wiener Kaffeehausstuhl “Stuhl Nr. 14” konnte sich plötzlich jeder leisten. Seitdem sitzen wir ständig, egal ob groß oder klein.


Die gesundheitlichen Auswirkungen der Sitzkultur spüren bereits Kinder

In aller kürzester Zeit hat sich eine Kultur des Sitzens etabliert und die Industrialisierung wirkte als zusätzlicher Katalysator. Effektiv richtig sitzen wir also erst seit knapp 200 Jahren und haben uns evolutionär noch längst nicht an eine Existenz im Sitzen à la Faultier angepasst. Menschen in Industrieländern sitzen heute bis zu 15 Stunden am Tag. Dabei muss Sitzen erst mühevoll erlernt werden und so maßregeln wir Kleinkinder zum stillen Sitzen, noch bevor sie richtig sprechen, lesen oder schreiben können. Dabei erziehen wir ihnen allerdings auch die natürlichen Bewegungsbedürfnisse ab, bis sie diese als sitzender Mensch nicht mehr erkennen können. Spätestens durch die Institutionalisierung des Sitzens in der Schule, zwingen wir sie zur Sitzkultur und damit unweigerlich in die körperlichen Folgeschäden. 

Bei GAMECHANGER haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, über die Folgen durch falsches und langes Sitzen aufzuklären. Prophylaxe beginnt bereits bei Kindern und Jugendlichen. Ein ergonomischer Gaming Stuhl kann einen Beitrag dazu leisten, ist jedoch nur die halbe Miete.

So hat eine Analyse von Sitzzeiten bei Kindern im Jahr 2017 ergeben, dass Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 4 und 20 Jahren an Werktagen bereits 10,5 Stunden pro Tag sitzen und 7,5 Stunden am Wochenende. Die Zahl der Sitzstunden steigt laut der Analyse je Klassenstufe und insgesamt verbringt die untersuchte Altersgruppe 70% ihrer wachen Zeit im sitzen. Zwar bewegen sich Kinder und Jugendliche am Wochenende mehr, dafür finden immer mehr Freizeitaktivitäten, wie z.B. Gaming, im Sitzen statt.  

Das lange Sitzen hat einen hohen Einfluss auf Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck, chronische Muskelverspannungen, Bandscheibenvorwölbungen, Gefäßverkalkungen usw., welche immer häufiger auch in jungen Jahren auftreten. Wir reden zwar immer wieder darüber wie wichtig eine gesunde Ernährung ist, ganz besonders für Kinder und Jugendliche, um diese Erkrankungen zu vermeiden. Doch ein Blick auf die Folgen des Sitzens und seinen Anteil daran zeigt, dass das nicht reicht.  Prävention und Prophylaxe im Kinder- und Jugendalter müssen zwingend den Erhalt von Bewegungsfreude und ein Bewusstsein für richtiges Sitzen beinhalten.



Homeschooling als Gamechanger für ergonomisches Lernen?

Das ist während einer Pandemie leicht gesagt. Denn durch Selbstisolation und das Vermeiden von Kontakten sitzen auch Kinder und Jugendliche umso mehr zu Hause. Körper und Psyche leiden und Homeschooling setzt dem ganzen in manchen Familien die Krone auf. Dabei könnte Homeschooling eine Chance sein, das Lernen in neuen Positionen zu fördern und ergonomischer zu gestalten.  Tische und Stühle in der Schule sind weder ergonomisch noch bequem. Bis heute sitzt die Hälfte der Schüler im Laufe des Tages irgendwann buckelig über ihren Heften und Büchern. Wie früher ermahnen Lehrer die Kinder zum gerade Sitzen um Haltungsschäden zu vermeiden. Doch Sitzmöbel im Klassenzimmer fördern kein ermüdungsfreies Sitzen und auch Kinder verfallen irgendwann in eine Schonhaltung. Das falsche Sitzen erschöpft, es strengt an und ermüdet den Körper bis zum Gehirn. Das sind Anzeichen dafür, dass das Sitzmaß eigentlich voll ist. 

Im heimischen Kinderzimmer dagegen ergeben sich Chancen für einen ergonomischen Lernplatz sowie alternative Positionen im Stehen, im Liegen oder auf dem Boden. Denn wer denkt, lernen kann man nur im Sitzen, ist schief gewickelt. Ein Positionswechsel kann manchmal Wunder wirken, erst Recht wenn sich bereits erste Anzeichen für Bewegungsdrang äußern wie Hibbeln oder abnehmende Konzentration. Für die Einrichtung eines ergonomischen Lernplatz zu Hause, haben wir daher einiges Tipps zusammengestellt:

  • Ergonomischer Tisch mit neigbare Tischplatte

  • Neben einem ergonomischen Gaming Stuhl ist der richtige Tisch das A und O für eine gute LernathmosphäreWie ein ergonomischer Bildschirmarbeitsplatz einzurichten ist, haben wir schon häufig erklärt und findet sich an vielen Stellen des Internets. Aber wie läuft das eigentlich mit einem Lernplatz, an dem geschrieben und gelesen wird? Ehrlich gesagt: Genauso. Denn die Einstellung des Monitors im Verhältnis zum Betrachtungswinkel orientiert sich ursprünglich daran, wie wir ein Buch am besten lesen können. Kinde, welche am Schreibtisch malen, basteln oder schreiben, dürfen in ihrer Arbeitsweise körperlich nicht beeinträchtig werden und profitieren von ergonomischen Möbeln daher in der gleichen Weise, wie Erwachsene. Da Kinder noch wachsen, lohnt sich ein höhenverstellbarer Schreibtisch gleich in dreifacher Weise: 1. Er lässt sich an die Körperhöhe des Kindes im Sitzen anpassen. 2. Er wächst mit und ist daher eine langfristige Investition. 3. Gleichzeitig kann der Schreibtisch auch im Stehen genutzt werden, was eine willkommene Abwechslung zum Arbeiten im Sitzen ist.  Ein Pluspunkt ist eine neigbare Tischplatte, denn diese vermeidet eine gebeugte Haltung über Büchern oder Heften. An dieser Stelle können wir guten Gewissens die ergonomischen Schreibtische von moll empfehlen. Denn durch ihre Modulare Bauweise, lassen sich die Tische an die immer neuen Bedürfnisse der Kinder anpassen (Malen, Schreiben, Lernen, Computer, usw.) Wer nicht über eine solche Tischplatte verfügt kann sich jedoch zumindest etwas Unterstützung durch einen Buchständer holen. Klappbare Varianten lassen sich sogar mit in die Schule nehmen. 

     

  • Ergonomischer Gaming Stuhl
    Der Gamechanger Gaming Stuhl eignet sich nicht nur als Bürostuhl, sondern auch als Schreibtischstuhl für Kinder und Jugendliche.
  • Ein Gaming Stuhl im Kinderzimmer? Für viele Eltern ist das vermutlich erst einmal unvorstellbar, denn: Die meisten Gaming Stühle sind genormt und daher nicht für im Wachstum befindliche Menschen geeignet. Das liegt daran, dass die meisten Gaming Stühle auf dem Markt nicht wirklich ergonomisch sind. Einen Gegenpart dazu bilden jedoch Gaming Stühle wie der GAMECHANGER. Denn dieser ist in drei verschiedenen Größen erhältlich und bietet alle ergonomischen Einstellmöglichkeiten eines ergonomischer Schreibtischstuhls. Dank seiner Synchronmechanik ergibt sich die Möglichkeit für ein dynamisches Sitzen.

    Der Gamechanger Gaming Stuhl liefert ein Höchstmaß an Ergonomie. Dank seiner vielen Einstellungsmöglichkeiten ist der Gamechanger als Schreibtischstuhl ein echter Gewinn, nicht nur beim Gaming.

    Durch die genaue Arretierbarkeit der Rückenlehne und ihre Höhenverstellung ist der GAMECHANGER Gaming Stuhl in Größe S/M zusammen mit der niedrigen Gasfeder bereits für Kinder und Jugendliche ab ca. 140 cm geeignet und wächst viele Jahre mit.

    Gefährliche Kippelmanöver gehören damit der Vergangenheit an: Durch eine gelöste Rückenlehne haben Bewegungshungrige hier nämlich die Möglichkeit sich soviel vor- und zurückzulehnen, wie es bliebt. Zwar gibt es auch ergonomische Schreibtischstühle speziell für Kinder. Doch häufig fehlen hier Armlehnen, obwohl auch Kinder von ihrer Funktion, den Nacken- und Schulterbereich zu entlasten, profitieren.

    Da sich die frühe Leidenschaft der Kids zum Gaming zudem oft nicht abschalten lässt, ist es umso wichtiger für eine Sitzgelegenheit zu sorgen, welche prophylaktische Unterstützung gegen schädliches Sitzverhalten im allgemeinen liefert. Wer nämlich ergonomisch sitzt, sitzt immer noch weniger schädlich, als wenn er falsch sitzt. Damit schlägt der GAMECHANGER zwei Fliegen mit einer Klappe und eignet sich sowohl für das Lernen am Schreibtisch, als auch für die Freizeit. Großer Pluspunkt: Durch die individuellen Konfigurationsmöglichkeiten, lässt sich der GAMECHANGER Gaming Stuhl individuell gestalten. Das atmungsaktive Kunstleder ist zudem besonders hautfreundlich und kommt ohne giftige Schadstoffe aus. 

     

    Auch im Kinderzimmer macht der Gamechanger Gaming Stuhl eine erstklassiger Figur und ist dank Ergonomie bereits für Kinder und Jugendliche geeignet.

     

    Tipp der Redaktion:  Ein ergonomischer Lernplatz ist nur die halbe Miete. Die Universität Marburg hat zum Thema Lernen und Bewegung  Workshopmaterial erstellt, welches eigentlich für den Gebrauch im Schulunterricht vorgesehen ist. Doch auch im Homeschooling und bei den Hausaufgaben lassen sich viele der Übungen integrieren. So sind nicht nur Bewegungspausen ein echter Gamechanger zur Verbesserung der Lern- und Merkfähigkeit. Auch Bewegungsabläufe während einer Lerneinheit helfen dem Gehirn beim knüpfen neuer Verbindungen. 



    Quellen:

    Dr. med. Carmen Jochem, Prof. Dr. med. Michael Leitzmann: Sitzstreik. Tipps und Tricks gegen die Risiken und Nebenwirkungen des Sitzens, Freiburg im Breisgau 2018, S. 13-24. 

    Hermann Brauer: Die Entstehung eines Stuhles. In: Mitteilungen des Württembergischen Kunstgewerbevereins, 2. Jg. 1903–1904, S. 60–64.

    Hansjürgen Bulkowski: Liebe zur Sache. Die Dinge, mit denen wir leben., Berlin 2010, S. 103–107.

    https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ergonomie-33057

    https://www.uni-marburg.de/fb21/ifsm/ganztagsschule/schulmaterial/workshop

    https://dvgs.de/de/aktuelles/749-bewegt-euch-kinder-sitzen-fast-70-prozent-ihrer-wachen-zeit.html

    https://www.gesundes-lernen.info/2015/01/16/wenn-kinder-lange-sitzen-hat-das-folgen/

    https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Deutschland-bleibt-sitzen-231436.html

    https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/sport-und-bewegung/so-schaedlich-ist-sitzen-713643.html